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Ein bewegender Moment - ich gebe meinen Rücktritt!


Hallo meine Fans

Es ist für mich ein bewegender und schwerer Eintrag auf meine Homepage.

Ich gebe meinen Rücktritt vom aktiven Skirennsport!

Dieser Zeitpunkt kommt bei jedem Athleten einmal. Doch wenn es dann so weit ist, sind das schon starke Gefühle. Man blickt auf eine lange und intensive Zeit zurück.

Mit drei Jahren bin ich das erste Mal auf den Ski gestanden. Ungefähr ab dem 16. Lebensjahr betreibe ich diesen Sport auf einem professionellen Niveau. Jetzt bin ich 34, bald 35. Das macht fast zwei Jahrzehnte, in denen ich jeden Tag den Skisport an erste Stelle gesetzt habe. Trainieren, reisen, mit den Ausrüstern und deren Material arbeiten, mit den Sponsoren zusammen arbeiten und natürlich Rennen fahren. All das habe ich immer sehr gerne gemacht und auch viele dieser Momente genossen. Es war eine super Zeit. Ich möchte keine Minute dieser Zeit missen. Ich war Teil von tollen Teams mit vielen super Typen. Ich konnte so viele interessante Leute kennen lernen und mit diesen zum Teil auch zusammen arbeiten.

Ich habe viel von der Welt gesehen. Und es war für mich die beste Lebensschule. Wo sonst anders als im Sport kann man in so kurzer Zeit die Erfolge aber auch Misserfolge der eigenen Arbeit sehen.

Was ich sicher vermissen werde sind die Wettkämpfe. Diese Vielfalt von Gefühlen an einem einzigen Wettkampftag ist schon etwas Einzigartiges. Und sicher wird mir auch das Teamleben mit der Mannschaft fehlen. Es war wie eine zweite Familie für mich. Es war nicht nur die Arbeit auf der Piste mit diesen Leuten, auch das Privatleben hat man zu einem grossen Teil mit ihnen verbracht.

Dass ich jetzt diesen Schritt mache, hat mehrere Gründe. Ein wichtiger Grund ist sicher der ausbleibende Erfolg in der letzten Zeit. Ich habe diesen Sport immer gerne gemacht, aber einen gewissen Erfolg verlange ich einfach von mir, um den Sport auch als Beruf ausüben zu können.

Ein weiterer Punkt ist auch mein Alter. 20 bin ich  nicht mehr, und so plante ich meine Karriere auch nicht mehr über mehrere Jahre. Meinen beruflichen Weg nach der Karriere habe ich auch schon klar vor Augen. Das ist kein Grund um aufzuhören, aber es erleichtert mir diesen Schritt schon etwas.

Auf das, was jetzt kommt, freue ich mich. Ich habe eine tolle Familie. Die Zeit mit ihr habe ich schon immer und werde ich auch in Zukunft sehr geniessen.

Ich werde, eigentlich ab sofort, in der Baufirma meines Vaters mitarbeiten. Nebst dem Skisport ist das meine zweite grosse Leidenschaft. Schon als kleiner Bub bin ich viel mit auf der Baustelle gewesen, habe dann die Maurerlehre absolviert und auch schon während meiner Karriere die eine oder andere Weiterbildung gemacht. Ich bin gespannt, was da alles auf mich wartet. Sicher werde ich viele Sachen dazulernen müssen und vielleicht auch noch die eine oder andere Schulbank drücken.

Eine kleine Bilanz meiner Zeit als Skirennfahrer: Sechsmal auf einem Weltcup-Podest, dazu eine Bronzemedaille an den Olympischen Spielen 2006 in Turin, 48 Top-Ten-Plätze.

Abfahrts-Juniorenweltmeister und Sieger der Europacup-Gesamtwertung.

Dieses Palmares ist keine Sensation, aber es ist mehr als viele, viele andere erreicht haben. Ich war über acht Jahre immer in der ersten Gruppe in der Abfahrt und/oder im Super-G. Das zeigt meine grosse Konstanz. Aber die fehlenden Siege widerspiegeln auch, dass mir der Durchbruch ganz nach vorne nicht gelungen ist. Es fehlte oft nicht viel, aber halt doch immer etwas.

Zum Schluss möchte ich Danke sagen. An erster Stelle meinen Eltern und meiner Familie. Ohne ihre Unterstützung wäre meine Karriere gar nie möglich gewesen. Dann meiner Frau Tamara. Sie hat während der letzten Zeit meiner Karriere zu Hause zum Rechten geschaut und zum grössten Teil unsere Kinder erzogen.

Ein grosser Dank auch all meinen Trainern und Förderern während all der Zeit. Und da meine ich alle, angefangen beim Ski-Club Davos bis zuletzt bei Swiss-Ski. Die Ausrüster und Sponsoren, die einen entscheidenden Faktor für den Erfolg eines Sportlers sind. Ich durfte mich immer von engagierten und professionellen Leuten umgeben wissen. All meinen Teamkameraden und Weggefährten. Es hat Spass gemacht. Und zuletzt sicher auch allen Ski-Fans, ohne deren Support unser Sport sicher nicht diesen Stellenwert hätte, den er in der Schweiz geniesst.

Euer Amba


10.3.2012 13:42 []

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